Hauskatzen
Abstammung
Unter Wissenschaftlern wird die in Ägypten und Palästina beheimatete Nubische Falb Katze, eine Unterart der Wildkatzen, als Hauptstammform der heutigen Hauskatze angenommen. Ihre Domestizierung begann bereits vor 9000 Jahren in Ägypten, wo sie als Gottheit erstmals vor 3000 Jahren erwähnt und verehrt wurde.
Verbreitung
Von Ägypten aus gelangten die domestizierten Katzen um 500 v. Chr. zunächst nach Griechenland, wo sie als Mäusefänger genutzt wurden. Da die Ägypter ihre Gottheiten kaum freiwillig abgegeben haben, kann von einer „illegalen“ Einführung ausgegangen werden. Während des 1. Jahrhunderts v. Chr. gelangten die Hauskatzen von Griechenland aus in das nahe Italien. Zum Schutz der Getreidedepots vor Mäusen nahmen die Römer sogar auf ihren Kriegzügen Katzen in Transportkörben mit. So verbreiteten sie sich über den gesamten Mittelmeerraum bis nach Mitteleuropa. Als Dezimierung der Rattenplagen auf Schiffen ein gern gesehener Gast, verhalf die Seefahrt, die im Laufe der Zeit auch die entferntesten Länder erreichte, den Hauskatzen zu ihrer nahezu weltweiten Vertretung.
Körpermerkmale
Katzen haben einen gedrungenen bis schlanken Körperbau, dessen Kopf und Rumpf Länge, bei einer Schulterhöhe von circa 40 cm und eine Schwanzlänge zwischen 25 cm und 30 cm, im Durchschnitt etwa 50 cm beträgt. Wobei männliche Hauskatzen etwas größer und kräftiger sind als die Weiblichen. Sie besitzen eine kurze Schnauze sowie einen rundlichen Kopf. An dem auf dem Schädeldach befindlichen Knochendamm setzt eine starke Kaumuskulatur an. Eck- und Backenzähne (Reiszähne) sind kräftig entwickelt. Die auf der Katzenzunge befindlichen Hornstacheln wirken wie eine Raspel, sodass ein Knochen völlig blank geleckt werden kann. Katzen zählen zu den Zehengänger und besitzen die für ihre Art typischen rundlichen und weichen Sohlenballen, die das lautlose Anschleichen an ihre Beute ermöglichen. Die Fellfarbgebung der Hauskatzen variiert. Das Fell kann in den Farben schwarz, weiß, gelblich oder rötlich sowie beige gefärbt entweder unifarben, zweifarbig oder tricolor, getigert, gefleckt oder gepunktet vorkommen. Während die Fellfarbe und -länge bei Rassekatzen ganz vom jeweilig vorgegebenen Zucht - Standart abhängig ist, existieren daneben viele unterschiedliche nicht reine Rassen, die im Laufe der Zeit durch Vermischung, auch mit Wildkatzen, entstanden sind.
Sinnesorgane
Das Sehvermögen ist bei Katzen ausgesprochen gut ausgebildet. Bedingt durch die Retina, die sechsmal empfindlicher als die des Menschen ist, ist ihnen das Farbensehen sowie ein gutes Sehen während der Dämmerung möglich. Des Weiteren ertasten Katzen mit Hilfe der an Augen und Unterarmen sowie den an der Schnauze (Schnurrhaare) befindlichen Haaren, ihre Umgebung. Die an den Haarwurzeln gelegenen Sinneszellen ermöglichen ihnen ein räumliches Bild ihrer Umgebung aufzunehmen und somit zu enge Durchgänge zu vermeiden und Hindernisse zu umgehen. Ein im inneren Ohr vorhandenes Organ sowie der Schwanz bilden bei Katzen den ausgeprägten Gleichgewichtssinn, wobei der Schwanz beim Klettern auf schmalem Untergrund die Balance ausgleicht. Während des Falls wirkt er wie ein Ruder, sodass sie immer auf vier Pfoten landen. Katzen verfügen über ein sehr gutes Gehör und sollen sieben Mal verstärkter hören als Menschen. Die beweglichen Ohren sind nicht nur in der Lage unterschiedliche Töne zu erkennen, sie hören selbst den von Fledermäusen ausgehenden Ultraschall. Nicht ganz so stark sind Geruchs- und Geschmackssinn bei Katzen ausgeprägt. Über Schweiß und Talgdrüsen geben die Tiere durch das sich Reiben an Menschen, Artgenossen und Gegenständen ebenso Duftmarken ab, wie über den Urin. Artgenossen und Reviere werden so erkannt.
Verhalten
Oft als Einzelgänger beschrieben, können Hauskatzen durchaus gesellig sein und mit anderen im Haus lebenden Artgenossen auskommen, wobei feste Regeln und Verhaltensweisen, wie beispielsweise das Revierabstecken, untereinander aufgestellt werden. Katzen sind sehr reinlich und werden dementsprechend schnell Stubenrein. Für die wichtige Fellpflege benötigen sie circa 3 ½ Stunden pro Tag. Allgemein sind sie Individualisten und Gewohnheitstiere, die immer zur gleichen Zeit das Haus verlassen wollen und immer die selben Wege gehen. Des Weiteren zählen sie zu den Tieren, die sich dem Menschen gegenüber durch unterschiedliche Laute und Gebärden verständlich machen. Als nachtaktive Raubtiere verbringen sie mehrere Stunden am Tag dösend und schlafend zu. Auf bestimmte Reize reagiere sie ganz nach Stimmung. Bewegungen können so den Spieltrieb, das Piepsen von Mäusen den Jagdtrieb auslösen.
Haltung
Mit Fertigfutter erhält eine Katze die für sie ausgewogene und gesunde Kost. Bei Trockenfutter muss zur Verhinderung von Nierenschäden unbedingt auf entsprechende Trinkmengen geachtet werden. Für freilaufende Hauskatzen, besonders auf dem Land, sind die regelmäßigen Impfungen gegen Katzenseuche und Tollwut sowie Kuren gegen Zecken, Läuse und Wurmbefall von großer Wichtigkeit. Die nicht artgerechte Haltung der Hauskatzen nur in der Wohnung erfordert entweder zwei Katzen, die sich miteinander beschäftigen und ihr Sozialverhalten gemeinsam ausleben können oder einen Tierhalter, der sich ausreichend mit seinem Haustier beschäftigt. Im letzten Fall sollten Giftpflanzen aus der Wohnung entfernt und gekippte Fenster, durch die das Tier entschlüpfen kann, nicht unbeaufsichtigt bleiben. Ob es sich um eine Wohnungskatze oder eine Katze mit Freilauf handelt, neben wichtigen Schmuseeinheiten, ist ein Katzenklo unabdingbar.
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